Merkblatt zur Biospeläologie

von Dr. Klaus Dobat & Stefan Zaenker

2. Sammlung und Konservierung

2.1. Ausrüstung

Aufgeführt werden nur solche Fanggeräte, die sich jeder leicht selbst herstellen oder für wenig Geld kaufen kann. Kostspielige Ausrüstungsgegenstände (Planktonnetze, Exhaustor etc.) wurden nicht berücksichtigt.

Jeder Höhlenforscher sollte in seinem Befahrungsgepäck eine kleine Blechschachtel mit folgendem Inhalt mit sich führen:

Bleistift und Zettel zum Notieren von Fundort, Datum und besonderen Angaben (Schrift mit Bleistift ist in Alkohol nicht löslich).

 

2.2. Verpackung des Tiermaterials

Die Tiere werden vorsichtig mit der Pinzette erfaßt oder mit dem in Alkohol getauchten Pinsel betupft und in das Plastikdöschen mit Alkohol gebracht. Dabei dürfen kleine, zarte Tiere nicht mit großen, derben zusammengebracht werden (Beschädigungen !) Es ist also empfehlenswert, ein Plastikdöschen für kleinere Tiere und ein zweites für gößere Tiere zu benutzen. Nach Abschluß der Sammeltätigkeit muß die im Alkohol liegende "Jagdbeute" mit einem Wattebausch gesichert werden, damit sie beim weiteren Transport nicht beschädigt wird:

Ein fester Wattepropf wird vorsichtig in das mit Alkohol gefüllte Plastikdöschen geschoben, so weit, bis die auf dem Grunde des Döschens liegenden Tiere vom unteren Teil des Wattebausches leicht berührt werden und sich keine Luftblasen mehr im Alkohol zeigen. Luftblasen wirken beim Transport wie feste Körper und schlagen Fühler und Beine der Höhlentiere ab! Wird der Wattebausch nicht weit genug in das Plastikdöschen geschoben, rutschen die Tiere hin und her und können sich gegenseitig beschädigen!

Auf den Wattebausch wird vor dem endgültigen Verschluß des Plastikdöschen ein kleiner Zettel gelegt, auf dem mit Bleistift Fundort, Datum und eventuelle weitere Angaben (besondere Beobachtungen über das Verhalten oder den Kleilebensraum des Tieres usw.) vermerkt sind.

Zum Versand kommen die Plastikdöschen in eine gut mit Watte, Holzwolle, Seiden- oder Zeitungspapier ausgepolsterte Blech- oder Pappschachtel.

 

2.3. Wo findet man Höhlentiere

Höhlentiere sind meist an bestimmte Kleinlebensräume innerhalb der Höhle gebunden. Bestimmte Arten findet man (meist) nur an der Decke und den Seitenwänden, andere nur auf Lehm, unter Steinen, an eingeschlepptem, organischen Material (z. B. Holzstücke, Nahrungsreste), wieder andere nur im Wasser (unter Steinen, im Schlamm etc.). Besonders wichtige und sammelnswerte Tiergruppen sind in der folgenden Aufstellung kursiv gedruckt.

Tiere an der Decke und den Seitenwänden (parietale Assoziation):

Es handelt sich meist um Tiere, die die Höhlen regelmäßig aus verschiedenen Gründen und zu unterschiedlichen Jahreszeiten aufsuchen:

Tiere unter Steinen und im Mulm:

Tiere an eingeschlepptem organischem Material (faulendes Holz, Kot, Nahrungsreste):

Tiere im Wasser (unter Steinen und im Schlamm):

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