Merkblatt zur Biospeläologie

von Dr. Klaus Dobat & Stefan Zaenker

2.5. Sammeln von Höhlenpflanzen

Farne und Blütenpflanzen

Pflanze dicht über dem Boden abschneiden - dabei eventuell vorhandene grundständige Blattrosetten nicht vergessen - und zwischen Lösch- oder Zeitungspapier pressen und trocknen.

Die Pflanze wird flach auf einen Papierbogen (DIN A 4) ausgebreitet, wobei sich die Blätter gegenseitig nicht überdecken sollen. Fundort, Datum und besondere Notizen (Angaben zur Wuchsform, Entfernung vom Eingang, genauer Wuchsort usw.) werden ebenfalls auf dem Bogen vermerkt. Zwischen mehreren Lagen Papier wird die Pflanze dann in einer Pflanzenpresse oder unter einem mit Steinen beschwerten Brett gepreßt. Nach ein bis zwei Tagen ist das umgebende Papier feucht geworden, so daß die Pflanze mit dem Bogen in trockenes Papier umgelegt werden muß. Dieser Vorgang wird so lange wiederholt, bis die Pflanze völlig trocken ist (wichtig ist eine möglichst schnelle Trocknung, damit kein Schimmel auftritt und die Blütenfarben erhalten bleiben). Anschließend kann die Pflanze mit dünnen Klebstreifen auf einem Karton befestigt und endgültig beschriftet werden.

Moose und Flechten

Brauchen nicht gepreßt zu werden. Einzelne Exemplare oder Rasenstücke werden getrocknet und am besten in Briefumschlägen aufbewahrt, auf denen außen Fundort, Datum usw. vermerkt sind.

Pilze

Große, meist harte und flache Formen werden getrocknet und anschließend in Tüten oder Briefumschläge gesteckt. Zarte, meist weiße Höhlenformen werden in Glasfläschchen mit 70 %igem Alkohol konserviert.

Algen

Die Algenlager werden von der Unterlage abgeschabt, in gut verschlossene Gläschen verpackt und möglichst schnell an den Spezialisten geschickt. Im Eisschrank (Obstfach) können Algenproben längere Zeit frisch gehalten werden.

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